Tag Archive for 'Wing Chun'

Haut Euch Gilbert Becaud um?

Locker wie der Leopard in der SüdseeGilbert Becaud sang in den 70er Jahren sehr französische Chancons. Er war etwa so lässig wie der mittlerweile legendäre “lockere Leopard der Südsee”. Aus der heutigen Zeit hatte er ziemlich out eine Fluppe in der Gosche und ein Glas Pernod oder Cognac in der Hand.

Es war unvorstellbar, dass dieser Mensch Whiskey trank oder sich zu einem kommunistischen Wodka hätte hinreisen lassen. Im Hintergrund dieses merkwürdigen Spektakels des Monsieurs 10.000 Volt tanzten lasziv bekleidete Miezen (Moulin Rouge, Folie Bergere) mit einer Pfauenfeder im Arsch. Aber was hat das mit Wing Chun zu tun?

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Als ich neulich im Internet surfte….

fand ich diesen Satz:

“Um also zufriedene Schüler zu haben, geht es letztenendes nur darum, sich möglichst viele verschiedene anstrengende Übungen aus den Fingern zu saugen. Paradox, nicht wahr? Und es kommt noch schlimmer! Je weniger Inhalte man vermittelt und je mehr man diesen inhaltlosen Teil ausbaut, desto mehr Schüler hat man!”

Ich konnte dem betreffenden Bloger keinen Kommentar schenken, weil die Möglichkeit einen Kommentar zu schreiben auf dessen Seiten unsäglich sind. Und unerträglich ;-o …..

Zu finden ist das hier: Armin Hugs Blog

Definitiv kann ich hier wieder mit Jein kontern. Ich halte im Übrigen nicht viel von Schülerbeschimpfungen. Und schon gar nicht meine Eigenen. Ich halte das Ganze mit einem Rummelplatzvergleich: Wenn ich einen Rummelplatz bewerbe, dann darf ich mich nicht wundern, wenn ich keinen Vortrag über Heidegger und Phänomenologie starten kann. Ich sollte mich eher fragen, ob ich auf dem Rummelplatz falsch bin. Sind denn nicht meine Zuhörer zum Rummelplatz gekommen?

Ich werde sicher einen oder zwei Zuhörer finden, die nach meinem Vortrag bedauern, dass sich mehr gröhlend im Bierzelt befinden, als sich mit der Theorie der Betrachtung des Wesens und dem Wesen ad se ergehen. So ist das im Kampfsport im Allgemeinen und besonders mit dem Ving Tsun.

Ich habe das vor bereits 15 Jahren (sic!) so skizziert: Diejenigen, die nicht zu dem wollen, wie sich das Wing Chun nach außen darstellt, sind die richtigen Leute das sind meine Schüler. (Oder die sich der Werbung – wie auch ich damals – zum Trotz dorthin verirrten.)

Das Wing Chun stellt sich nun mal seither als großes Kasperlkino dar. Da haben wir erstmal unseren lieben Onkel Bruce, den Erfinder des JKD, der natürlich illustre Anhänger um sich scharrt. Wenn ich mit dem lieben Onkel werbe, kann ich sicher sein Leute zu finden, die sich für schreiendes und buntes Kung Fu interessieren. Es gibt im Wing Chun Sifus und “Geheimtechniken”. Es gibt “Formen”, die das “Haus nicht verlassen”. Allein die splattrigen “orginal Uniformen” – die mit dem roten Streifen. Einige laufen in merkwürdiger Kleidung herum, die in Pakistan gefertigt wurde und so aussehen, wie sich ein Hochland-Paschtune nach dem Genuss von Opium und Kung-Fu-Filmchen einen Chinesen vorstellt. Es gibt Leute, die sich mit einen Pseudotitel “Sifu” anreden lassen. Ich denke jetzt an die Body, Mind und Spirit Newsletter, von dem größten Eiertänzer der Wing Chun Geschichte.

Aus Bamberg kam der großartige E.T.A. Hoffmann mit literarischen Geschichten. Nicht füllen dürften ein Literaturseminar die Ergüsse eines schwäbischen Deutschlehrers, der seinen “Sifu” mit dem Schriftsteller zu verwechseln scheint. Er präsentierte seiner Mitwelt ein Buch, in dem er “zweifelsfrei” darlegte, dass nur sein Stil direkt von den Shaolin stammt. Eigentlich lustig. Vorallem, wenn man dann die Fantasiewäsche sieht in der diese Kombo herumhüpft. Ein im Training gefährliches Armbändchen durfte von einem Trainierenden nicht abgenommen werden, weil es ein buddhistisches Glücksband sei. Eiderdauns halbes Jahr später war der “Sifu”.

Darf man sich dann, nachdem man und seine Konkurrenten die Umwelt mit derartigen Rummel, Karneval und Kasperleinlagen malträtiert hat, damit sich möglichst Viele in den Hallen der “Selfdefense-Academies” verirren auf das, das Sifunat erblühe, sich über die Narren wundern, die man um sich sammelte?

Nachtrag zum Verhältnis der Manipulation

Immer wieder lese ich, dass der oder die “manipulieren”. Heut zu Tage ist man mit dem Manipulationsvorwurf immer sehr schnell bei der Hand und immer sind es die anderen. Innerhalb einer Kommunikation manipulieren wir uns immer gegenseitig. Bewusst oder unbewusst. Ob sich moralisch oder ethisch bei einer unbewussten Manipulation was ändert, lassen wir andere diskutieren. An der reinen Tatsache rührt das aber nicht. Schon ein kleines Baby “manipuliert” seine Mutter. Die Natur hat diese Manipulation schon durch das “Kindchenschema” vorgegeben.

In jedem Kommunikationsspiel gibt es einen Sender und einen Empfänger. Aber ich will hier nicht mit nackter Theorie herumglänzen. Es ist so, dass der Empfänger auch “eingestellt” sein muss auf den Sender. Nun, kann man sich eigentlich auch gleich einen Hirntod attestieren, wenn man nach über 15 Jahren bemerkt “manipuliert” worden zu sein. Man kann sich dann attestieren “vollkommen merkbefreit” zu sein.

Ein Betrug klappt nur, wenn der Empfänger auf den Sender eingestellt ist. Beide müssen die selbe Frequenz haben. Man verspricht zum Beispiel etwas, was der andere haben will. Sicher ist das bei einem 14 Jährigen leichter, wie bei einem gestandenen Mann. Wobei ich mir bei Kampfsportlern nicht ganz sicher bin.

Was erwartet man denn von Leuten, die mit dem Hero des Splatter- und Trashkinos Bruce Lee werben? Was erwartet man denn, wenn man gewisse Homepages liest, einen Lehrer hat, der sich den Namen Gottes anmasst? Was erwartet man denn von Menschen, die einem die Unbesiegbarkeit versprechen?

Es ist alles wie beim Finanzschwindel. Man erwartet ohne Arbeit eine große Summe an Geld zu verdienen. Man bescheinigt sich selber “Cleverness”, “Ausgeklügeltheit” und “Gerissenheit” als Einblick in einem komplexen System wie die Börse. (Dort hat der am meisten Einfluss, der den meisten Cash hat. Mit Intelligenz hat das nichts zu tun.) Man plant und misst und denkt: “Wow jetzt kommt mein großer Coup!” Aber der reale Finanzkrach offenbart uns die Misere, der cleveren Verlierer. Das ist im Kampfsport nichts anderes, wie beim Roulettespiel oder der Ehe. Wer hier auf sein Glück hofft, der vergisst, dass das Leben eigentlich eine Serie des Scheiterns ist und Glück ist es eben mit diesem Phänomen klar zu kommen.

Naja, aber manchmal sind uns die Dinge klar und wir machen es trotzdem. Oder sie müssten klar sein. Oder uns klar gewesen sein. Denn so klar, wie es uns nach unserem Fall erscheint ist es anderen vorher gewesen. Aber wie schön ist es jetzt einen Bösewicht zu haben.

Stunde später:
Nachtrag:

“Ich habe mich aus beruflichen Gründen mit vielen Selbstverteidigungssystemen beschäftigt. Die meisten versprechen, dass man mit diesen innerhalb kürzester Zeit in die Lage sei, sich im Ernstfall effektiv zu verteidigen. In der Praxis wird man von solchen Systemen dann leider meist enttäuscht, doch das Tschaka-Waka hält im Gegensatz zu denen wirklich das, was es auch verspricht! Tschaka-Waka ist durch Praxisorientierung, ausgeklügelten Anwendungen und Trainingsmethoden, sowie durch die sinnvoll aufgebaute Struktur eines der wenigen, wenn nicht sogar das einzige System, das einem wirklich ermöglicht, sich schnell und effektiv – auch gegen körperlich überlegenere Angreifer – zur Wehr zu setzen.

Der übliche Dummfug eben. “Wenn gar das einzige“, “ausgeklügelten Anwendungen“, “innerhalb kürzester Zeit” da haben wir wieder die Literatur der Superlative. Wir sollten uns klarmachen, dass Kämpfen können eine Sache ist, die viele Faktoren beinhaltet, dass es sich vor allem um körperliche Fähigkeiten handelt, die man sich aneignen muss.

Witzigerweise werden solche Sachen geschrieben oder unterstützt wird von Leuten, denen aufgefallen ist, dass sie betrogen wurden. “Die beruflichen Gründe” des Herren ist sein Dienst bei der Polizei in Nürnberg. Er sollte aus “beruflichen Gründen” lieber bedenken, dass es verboten ist mit Dingen zu werben, die nicht stimmen, schlichtweg erlogen und erstunken sind.

Aus beruflichen Gründen kann ich nämlich sagen:

“Es gibt keinerlei Kampfsystem – und das sage ich jetzt nach 30 Jahren intensivem Trainings und als Kampfsportlehrer – mit denen man innerhalb kürzester Zeit sich gegen gefährliche Angreifer verteidigen kann. Es ist da vollkommen gleich, ob ich Totenköpfe, Fäuste in meinem Logo haben. Es ist irrelevant ob ich mit neuen Wortschöpfungen wie ReakTsun, EliteProgramm etc. durch das Internet donnere. Ob ich haarsträubende Geschichtsverfälschung betreibe, weil ich meinen Nonsense auf grund mangelnder Recherche und Sachkenntnis ins Internet stelle oder sonst wie publiziere. Wer derartiges Zeug und Unfug verbreitet ist zu tief unseriös. Und eben nicht mehr. Ganz gleich ob er sich als Ablasshändler, Friseur, Marktschreier oder bundesdeutscher Polizist die Zeit vertreibt. Er soll sich gehörig an die Nase fassen und alle sämtlichen Halbdackel, die dafür Mammon zahlen und oder gezahlt haben, sollen endlich aufhören sich hinterher zu beschweren!”

Merchandise and Erdbeereis, des Schwindels 2.Teil

ErdbeeerbecherAchtung! Wer diesen Artikel aufmerksam durchliest, kann mit Kampfsport in wenigen Jahren ein reicher Mann werden. Alle Menschen, die ich kenne und die sich an diese Regeln hielten, haben heute gute Kampfsportverbände und erfreuen sich eines regen Zulaufes. Wer sich an diese Regeln hier hält und diese auch gewillt ist umzusetzen, wird teilhaben an einem großartigen Erfolgsrezept!

 

Kung Fu Swindel

Interessant ist, warum die betrogenen Betrüger nach über 10 Jahren auf eine “Realität” aufschlagen, ein gleichsam “glücksvolles Awakening” erleiden und eine glorifizierte neue Wahrheit predigen, wie sie es schon mit der alten, der enttäuschten Wahrheit bewerkstelligten. Hier geht es um die Geschäftsgebaren im Kampfsport und warum wirklich Unglaubliches passiert. Continue reading ‘Merchandise and Erdbeereis, des Schwindels 2.Teil’

Ellbogenstöße im Ving Tsun (Wing Chun)

Des öfteren wird angesichts einiger Splatter-Ellbogenschlag-Orgien in einigen Bereichen behauptet, dass es keine Ellbogenschläge im Ving Tsun gebe. Dies ist definitiv falsch. Ich beziehe mich hier auf das Ving Tsun Wong Shun Leungs. In der 2. Form des Ving Tsuns, also der Cham Kiu, wird relativ am Anfang ein Ellbogenschlag ausgeführt.

er zeigt kein Ellenbogenschlag… nimmt sie nur zu Hilfe, um zu erklären, wie sich das Distanzverhalten bei falscher Drehung, negativ auswirkt.

Wurde unlängst mal wieder von einem selbsternannten Urgroßmeister behauptet. Das ist so diffus, wie falsch. Gehen wir mal die Grundsätze des Ving Tsun durch:

Wir versuchen mit der Faust zu treffen. Also “im Boxen” zu bleiben. Das gelingt uns nicht immer. (Es gelingt auch nicht immer Weltklasse-Boxern.) Es gibt verschieden Gründe, warum es uns passieren kann, dass der Gegner es schafft uns zu unterlaufen. Wir sind einfach Menschen und machen Fehler. Um wieder in unser Spiel zu kommen, brauchen wir dann diesen Ellbogenstoß, der gemeinhin “Lan-Sau” genannt wird.

Streng müssen wir unterscheiden zwischen Bewegung und Funktion. Eine Bewegung im Ving Tsun kann viele Funktionen oder Anwendungen im Kampf haben. Das sollte uns jetzt nicht weiter belasten. Wichtig ist nur, dass es den Ellbogenstoß in der Cham Kiu gibt und das er dort trainiert wird.

http://de.youtube.com/watch?v=FO5nQ9sCe6c

Der sympathische Großmeister des Ving Tsun Wong Shun Leung erklärt hier in diesem kleinen Videoschnipsel, den Laan-Sau in der Cham Kiu. Er befasst sich – so ist die Form aufgebaut – mit der Bewegung. Vorher zeigt er kurz eine Anwendung. Er erklärt anhand des Fauststoßes, die Kraftlinie des Ving Tsun auf der auch der Ellbogenstoß dann verläuft. Er zeigt, dass es dazu einer exakten Wendung braucht. (Man hat im Kampf oft die Linie verloren und es bedarf einer exakten Wendung.) Wenn diese nämlich nicht so gemacht wird, dann wird der Stoß des Ellbogens saft- und kraftlos. Hinterher zeigt er noch ein paar Übungen dazu.

Dazu braucht man kein kantonesisch können, noch muss man über 90 Stunden Videos in seinem Schrank aufbewahren. Es bedarf eine klaren und gesunden Menschenverstandes. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Teil 1: Von Einem, der auszog das Kotzen zu lernen

Lange habe ich über das Ende der Kampfkunst Vereinigung bzw. den vollzogenen Wechsel zum Kampfwerk e.V. geschwiegen. Leider muss ich immer wieder sehen, dass einige der damaligen Beteiligten merkwürdigerweise mein Schweigen dazu zu nutzen, um mir bei meiner Arbeit und bei meinen Tätigkeiten zu schaden, wo es nur geht. Aus diesem Grunde habe ich beschlossen eben diesen Mangel zu brechen und über die Vorfälle, die damals geschahen zu schreiben. Immer wieder wird versucht, kolportierte und äußerst subjektivistische Ansichten als Wahrheiten zu verkaufen. Sicherlich kann man Eseln solche Dummheiten verkaufen. Doch denke ich, dass es besser ist, dem Aufklärungszwang subjektivistischer Sichtweise, der ein gewisser Herr wie ein Pawloscher Hund als Zwangshandlung aufsitzt, mal mit Sachinformationen entgegen zu wirken. Ich werde die hauptsächlich handelnden Personen nennen. Das Nennen von Zeugen, die diese Vorfälle beweisen werden, schiebe ich bei Bedarf nach.

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Ving Tsun – die Wissenschaft des Kämpfens

Ving Tsun ist ein effizientes Kampfsystem aus dem südlichen China. Wahrscheinlich wurde seine Entwicklung Mitte des 17. Jahrhunderts begonnen. Die Ursprünge liegen eher im Dunkeln. Man weiß nicht mal, wann seine logische, effiziente und stringente Form “die es gegenwärtig hat“ entwickelt wurde.

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Wong Shun Leung: Was ich durch meine Kämpfe lernte

Wong Shun Leung war der wohl kämpferisch erfolgreichste Mann des gesamten Ving Tsun. Kaum einer hatte so viel praktische Erfahrung wie er. In diesem Artikel, der in einer englischsprachigen Zeitschrift erschien, legt er einige Punkte dar, auf die man im Training achten sollte.

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Weil ich so etwas immer wieder lesen muss

Ein Mensch im KKB schrieb:

“Da wir uns aber bei einem solchen Zug selbst im Wege stehen, müssen wir beim Ziehen zusätzlich unseren Standpunkt verändern. Hier kommen wir in die Anwendungen der Holzpuppen-Schrittarbeit (vereinfacht: Gegner der nicht frontal besiegt werden kann, wird von der Seite angegriffen usw.)”

Geantwortet wurde:

“Es g i b t in der HP-Form keine spezielle Schrittarbeit, sondern nur die, die wir sowieso anwenden. Und im Wege stehen tu ich mir beim ziehen auch nie, da ich den Arm des Gegners immer am langen Hebel minimal aus dem Wege räumen kann – und minimal reicht mir schon für den Overkill…! “

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Was wir schon immer gewußt haben…

Wenn man so durch die Wing Chun Interwelt schlurft, dann trifft man immer auf tiefschürfende Erneuerungen. Immer wieder wird man endlich mit Neuigkeiten und Insidergeheimnissen versorgt. Da ich Euch immer gegen den Strich bürsten muss und Euch gerne Dinge sage, die Ihr nicht hören wollt, werde ich mal Dinge sagen, die wir schon immer über das Wing Chun wussten. Also zunächst mal die Trainingsmethode.

Weil da gibt es immer die tollsten Innovationen. Also zum Beispiel so dieses Modifizieren. Deutschlands bekanntester Modifikator beschrieb schon zu Olims Zeiten die Trainingsmethoden der Alten. Ich will noch mal wiederholen, wie die aussah.

Nein, ich schaffe das in einem kleinen Satz: Siu Nim Tau und Fauststöße. Dann Dan Chi und Chi Sau, aber lediglich den Poon Sau Zyklus. Keine Schrittarbeit, keine Wendungen. Geht man davon aus, dass mindestens 10 Stunden die Woche trainiert wurde, dann dauerte dieses “Programm” so um die zwei, drei Monate. Dann kam die Schrittarbeit hinzu. Übungen zu den “Four Gates” (Schwingerabwehr und CoKg.) Der wichtige Angriff über die Tan-Sau-Linie. Also: Gut und kurz, wir wissen das!

Aber noch Güter und Du liebe Güte. Überall wird da was Besseres angeboten. Gleich an die Holzpuppe und dann ein wenig Doppelmesser. Hier springen wir mit dem Langstock herum und wie wäre es denn mit einem Stückchen der Biu Jee (3.Form)? Wisst ihr Buben eigentlich, wie mir das vorkommt: Wie Kinder, die im Bus auf der Heimfahrt der Schule so tun, als ob sie englisch sprechen! Wie kann man denn eine Sprache sprechen, wenn man sich beharrlich weigert die Vokabeln zu lernen?

Sicherlich erscheint es dem unkonzentrierten Menschen des 21. Jhrdts. nicht als das abwechslungsreiche Programm. Und “Um Himmelswillen! Wie kann ich mich da verteidigen?” Sicherlich – und auch ich bin da ein wenig nachgiebig – ist Spaß ein motivierender Moment. Und vor allem als Trainer muss man die Leute motivieren. Das ist sicherlich ein großes Problem.

Was mich aber wundert ist, dass Leute, die Wing Chun unterrichten nicht einmal mehr wissen, wie früher (und auch heute) Wing Chun unterrichtet werden sollte, damit es mehr ist als ein flottes Sammelsurium an Techniken, sondern ein einheitliches Ganzes also ein System ergibt. Man kann keinerlei Techniken oder Anwendungen zeigen ohne die genaue Bewegungslehre vermittelt zu haben. Es geht nichts so wirklich ohne die richtige Siu Nim Tau. Die Position und der spezifische Einsatz der Muskulatur werden am Anfang eben dort – und nur! dort – vermittelt.