Des öfteren wird angesichts einiger Splatter-Ellbogenschlag-Orgien in einigen Bereichen behauptet, dass es keine Ellbogenschläge im Ving Tsun gebe. Dies ist definitiv falsch. Ich beziehe mich hier auf das Ving Tsun Wong Shun Leungs. In der 2. Form des Ving Tsuns, also der Cham Kiu, wird relativ am Anfang ein Ellbogenschlag ausgeführt.
“er zeigt kein Ellenbogenschlag… nimmt sie nur zu Hilfe, um zu erklären, wie sich das Distanzverhalten bei falscher Drehung, negativ auswirkt.“
Wurde unlängst mal wieder von einem selbsternannten Urgroßmeister behauptet. Das ist so diffus, wie falsch. Gehen wir mal die Grundsätze des Ving Tsun durch:
Wir versuchen mit der Faust zu treffen. Also “im Boxen” zu bleiben. Das gelingt uns nicht immer. (Es gelingt auch nicht immer Weltklasse-Boxern.) Es gibt verschieden Gründe, warum es uns passieren kann, dass der Gegner es schafft uns zu unterlaufen. Wir sind einfach Menschen und machen Fehler. Um wieder in unser Spiel zu kommen, brauchen wir dann diesen Ellbogenstoß, der gemeinhin “Lan-Sau” genannt wird.
Streng müssen wir unterscheiden zwischen Bewegung und Funktion. Eine Bewegung im Ving Tsun kann viele Funktionen oder Anwendungen im Kampf haben. Das sollte uns jetzt nicht weiter belasten. Wichtig ist nur, dass es den Ellbogenstoß in der Cham Kiu gibt und das er dort trainiert wird.
http://de.youtube.com/watch?v=FO5nQ9sCe6c
Der sympathische Großmeister des Ving Tsun Wong Shun Leung erklärt hier in diesem kleinen Videoschnipsel, den Laan-Sau in der Cham Kiu. Er befasst sich – so ist die Form aufgebaut – mit der Bewegung. Vorher zeigt er kurz eine Anwendung. Er erklärt anhand des Fauststoßes, die Kraftlinie des Ving Tsun auf der auch der Ellbogenstoß dann verläuft. Er zeigt, dass es dazu einer exakten Wendung braucht. (Man hat im Kampf oft die Linie verloren und es bedarf einer exakten Wendung.) Wenn diese nämlich nicht so gemacht wird, dann wird der Stoß des Ellbogens saft- und kraftlos. Hinterher zeigt er noch ein paar Übungen dazu.
Dazu braucht man kein kantonesisch können, noch muss man über 90 Stunden Videos in seinem Schrank aufbewahren. Es bedarf eine klaren und gesunden Menschenverstandes. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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