fand ich diesen Satz:
“Um also zufriedene Schüler zu haben, geht es letztenendes nur darum, sich möglichst viele verschiedene anstrengende Übungen aus den Fingern zu saugen. Paradox, nicht wahr? Und es kommt noch schlimmer! Je weniger Inhalte man vermittelt und je mehr man diesen inhaltlosen Teil ausbaut, desto mehr Schüler hat man!”
Ich konnte dem betreffenden Bloger keinen Kommentar schenken, weil die Möglichkeit einen Kommentar zu schreiben auf dessen Seiten unsäglich sind. Und unerträglich ;-o …..
Zu finden ist das hier: Armin Hugs Blog
Definitiv kann ich hier wieder mit Jein kontern. Ich halte im Übrigen nicht viel von Schülerbeschimpfungen. Und schon gar nicht meine Eigenen. Ich halte das Ganze mit einem Rummelplatzvergleich: Wenn ich einen Rummelplatz bewerbe, dann darf ich mich nicht wundern, wenn ich keinen Vortrag über Heidegger und Phänomenologie starten kann. Ich sollte mich eher fragen, ob ich auf dem Rummelplatz falsch bin. Sind denn nicht meine Zuhörer zum Rummelplatz gekommen?
Ich werde sicher einen oder zwei Zuhörer finden, die nach meinem Vortrag bedauern, dass sich mehr gröhlend im Bierzelt befinden, als sich mit der Theorie der Betrachtung des Wesens und dem Wesen ad se ergehen. So ist das im Kampfsport im Allgemeinen und besonders mit dem Ving Tsun.
Ich habe das vor bereits 15 Jahren (sic!) so skizziert: Diejenigen, die nicht zu dem wollen, wie sich das Wing Chun nach außen darstellt, sind die richtigen Leute das sind meine Schüler. (Oder die sich der Werbung – wie auch ich damals – zum Trotz dorthin verirrten.)
Das Wing Chun stellt sich nun mal seither als großes Kasperlkino dar. Da haben wir erstmal unseren lieben Onkel Bruce, den Erfinder des JKD, der natürlich illustre Anhänger um sich scharrt. Wenn ich mit dem lieben Onkel werbe, kann ich sicher sein Leute zu finden, die sich für schreiendes und buntes Kung Fu interessieren. Es gibt im Wing Chun Sifus und “Geheimtechniken”. Es gibt “Formen”, die das “Haus nicht verlassen”. Allein die splattrigen “orginal Uniformen” – die mit dem roten Streifen. Einige laufen in merkwürdiger Kleidung herum, die in Pakistan gefertigt wurde und so aussehen, wie sich ein Hochland-Paschtune nach dem Genuss von Opium und Kung-Fu-Filmchen einen Chinesen vorstellt. Es gibt Leute, die sich mit einen Pseudotitel “Sifu” anreden lassen. Ich denke jetzt an die Body, Mind und Spirit Newsletter, von dem größten Eiertänzer der Wing Chun Geschichte.
Aus Bamberg kam der großartige E.T.A. Hoffmann mit literarischen Geschichten. Nicht füllen dürften ein Literaturseminar die Ergüsse eines schwäbischen Deutschlehrers, der seinen “Sifu” mit dem Schriftsteller zu verwechseln scheint. Er präsentierte seiner Mitwelt ein Buch, in dem er “zweifelsfrei” darlegte, dass nur sein Stil direkt von den Shaolin stammt. Eigentlich lustig. Vorallem, wenn man dann die Fantasiewäsche sieht in der diese Kombo herumhüpft. Ein im Training gefährliches Armbändchen durfte von einem Trainierenden nicht abgenommen werden, weil es ein buddhistisches Glücksband sei. Eiderdauns halbes Jahr später war der “Sifu”.
Darf man sich dann, nachdem man und seine Konkurrenten die Umwelt mit derartigen Rummel, Karneval und Kasperleinlagen malträtiert hat, damit sich möglichst Viele in den Hallen der “Selfdefense-Academies” verirren auf das, das Sifunat erblühe, sich über die Narren wundern, die man um sich sammelte?
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