Kurz, weil ich gerade Internet “lese”

Folgende Anfrage fand ich auf einem Forum:

Hallo Leute

Bestimmt könnt ihr mir weiterhelfen. Ich bin auf der Suche nach einer VingTsun Trainningsgruppe in Würzburg/ Umgebung. Während meiner Suche bin ich auf eine gestoßen, die nach eigenen Angaben VingTsun in der Linie Barry Lee-Wendelin Fritz trainieren.
Hier nun meine Frage: Ist Barry Lee nun Schüler von Philip Bayer, und unterrichtet somit das selbe VT System?

Ist für mich sehr wichtig,da für mich, nachdem ich Philip Bayer WSLVT kennen gelernt habe (über einen seiner Schüler) kein anderes System in Frage kommt.

Schöne Grüße Rio

Wenn für einen “kein anderes” System in Frage kommt, dann sollte man das dann auch lernen. Aber jetzt gehen wir die Kiste mal punktuell durch, da hier mein Name erwähnt wird. In Würzburg arbeitet und wohnt ein Schüler des Kampfwerkes, mit dem man Ving Tsun trainieren kann. Das ist doch schon mal schön.

Zu meinem Lehrer Barry Lee: Er hat nicht bei Philipp Bayer Wong Shun Leung Ving Tsun gelernt. Er unterrichtet nicht das selbe Ving Tsun System. Es gibt in Nürnberg einen Schüler Philipp Bayers und einen Schüler Barry Lees (meine Wenigkeit), jeder kann sich persönlich überzeugen, dass es eben nicht dasselbe ist.
Mittlerweilen wurde dann der Fragende – Dank Internet! – auch schlauer:

Ich habe in de zwischen Zeit gelesen, Barry Lee soll selber Schüler von Wong Shun Leung gewesen sein. Weiß nicht ob ich dem glauben kann, aber falls dem so ist müsste das Ving Tsun doch was taugen. Was meint ihr?

Da weiß ich nicht weiter, was meinen Sie? :-) Wer, wie was, wieso, weshalb, warum, wer nichts fragt bleibt dumm. “Unser Rio” hätte auch ebenso den GBV anschreiben können, um keine Information die brauchbar ist zu erlangen. Das schöne am Internet ist dann, das man auch gleich Antworten bekommt von Leuten, die sich … naja … denkberechtigt fühlen und sich einem innerlichen Zwang hingeben müssen, Fragen zu beantworten ohne die Antwort zu kennen. Solche Antworten werden dann so wiedergegeben: “Ich habe aus zuverlässigen Quellen gehört, dass…”

Und da kommt dann auch von einem “Dave” – wer genau kann ich gerade nicht verifizieren, denke aber ein Mann aus den Niederlanden, der etwa so zwanghaft antworten muss, als hätte ihm einer die Pistole in das Genick gedrückt:

30 jahre Siu Lim Tao training

Da hat wieder mal einer profunde Kenntnisse von seinen Quellen in die Fresse gehängt bekommen. Vielleicht sollte man auch richtig dazu fügen, dass Herr Wong von seinem ersten bis zum letzten Trainingstag die Siu Nim Tau übte. Das waren aber mehr als dreissig Jahre!

Eine Andacht für meine Nichtfreunde

2 Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, es ist alles ganz eitel. 3 Was hat der Mensch für Gewinn von all seiner Mühe, die er hat unter der Sonne? 4 Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; die Erde aber bleibt immer bestehen. 5 Die Sonne geht auf und geht unter und läuft an ihren Ort, dass sie dort wieder aufgehe. 6 Der Wind geht nach Süden und dreht sich nach Norden und wieder herum an den Ort, wo er anfing. 7 Alle Wasser laufen ins Meer, doch wird das Meer nicht voller; an den Ort, dahin sie fließen, fließen sie immer wieder.

8 Alles Reden ist so voll Mühe, dass niemand damit zu Ende kommt. Das Auge sieht sich niemals satt, und das Ohr hört sich niemals satt. 9 Was geschehen ist, eben das wird hernach sein. Was man getan hat, eben das tut man hernach wieder, und es geschieht nichts Neues unter der Sonne. 10 Geschieht etwas, von dem man sagen könnte: »Sieh, das ist neu«? Es ist längst vorher auch geschehen in den Zeiten, die vor uns gewesen sind. 11 Man gedenkt derer nicht, die früher gewesen sind, und derer, die hernach kommen; man wird auch ihrer nicht gedenken bei denen, die noch später sein werden.”

(Prediger Salomon, Kapitel 1)

Nicht wahr. Musste ein Kommentar löschen. Eine persönliche Antwort ist nicht mal der Strom wert, mit der sie fließen würde. Meine Telefonnummer, der Ort meines Trainierens ist doch Jedem zugänglich. Falls jemand meint er müsse mich kommentieren, dann sollte nicht ich diesen suchen müssen, oder?

Zeugnisse

300px-Moses-RiberaWenn ich das obrige Wort schreibe, dann denken wir an die Schule und – mit mehr oder wenig – gemischten Gefühlen. Wenn ich meinen Schülern solche Zeugnisse geben müßte, die dann nur von eins bis sechs reichen, dann wäre das gruselig für mich. Ich erinnerte mich heute an meine Schulzeit. Sorgenfaltig weil Vater stand ich dann auf. Da muss meine Kleine jetzt also durch.

So, dass hier ist aber nicht der “sorgenfaltigen Eltern-Erziehungs-Blog”, sondern es geht hier um Kampfsport. Und auch da geben wir Zeugnisse ab. Das wichtige ist das man von dem, was man sagt ein “Zeuge” ist. Man war dabei und man fühlt sich der Wahrheit verpflichtet. Wenn wir Zeugnisse über uns und andere ablegen – und das tun wir täglich – sollten wir sorgfältig sein. Das “er hat gesagt, das der gesagt hätte” sollten wir uns und auch Mitmenschen ersparen. Es ist “Hörensagen” und kein Zeugnis.

Montag traf ich einen alten Bekannten. Ich kenne J. von früher … vom Großen Bösen Verband. Mit seinem 1. TG machte er den örtlichen Fu-Manchu zum Sifu. Lang, lang isses her. Natürlich sprachen wir über das was im Kampfsport abläuft. Nun, was mich verwundert -> und das ist eher ein gesellschaftliches Problem <- wie so einige Sachen gegenwärtig ins Wanken geraten. Eben diese Geschichten. Eben die mit dem “falschen Zeugnis”. Erinnern wir uns nochmal dunkel an unseren Reli-Unterricht. “Du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen, wieder Dich und Deines Nächsten” schwadroniert so fröhlich eines der lockeren Gebote, die olle Mosche vom Berge Sinai gegen die Menschen trug. Es wird auch gerne vergessen, dass “falsches Zeugnis” ablegen auch einen Strafbestand erfüllt.

Montag sagt mir J. das es verschiedene Meinungen gibt und man die eine Sache, so oder auch anders sehen kann. Das ist der neue in Deutschland herrschende Relativismus. Ich würde es mal so wie ein Theologe sagen. Ich habe das Gefühl, dass wir ein Staat haben, in dem nicht mehr der Augustus herrscht, sondern lauter Pontius Pilatus. Man wäscht sich die Hände im Relativismus. Der neuen Unschuld einer Gesellschaft der “spätkapitalistischen Krise”. Ich hoffe, das Unsere Epoche nicht als Moderne oder gar Postmoderne eingeht, sondern dass spätere Historiker richtiges Zeugnis ablegen und unser Zeitalter die Epoche der “neoliberalen Relativität” nennen.

Im Kampfsport ist dieser Relativismus zu einer Mode ausgeartet. Hier werden die tollsten Zeugnisse ausgestellt. Gekaufte zum Beispiel. Wenn ich mir beispielsweise einen Vorteil verschaffe, in dem ich – wissentlich – falsche Dinge über mich behaupte und/oder behaupten lasse, dann ist das eben keine Ansichtssache, sondern schlichtweg Betrug. Nur wirklich selten sind Hochstaplereien wirklich charmant, meistens sind sie plump, dumm und vulgär.

Gestern erzählte mir jemand z.B., dass X. der direkte Nachfahre meines lieben Onkels Bruce sei. (Für Außenstehende: Ich rede hier von dem Filmschauspieler Bruce Lee.) Das ist so typisch im Kampfsport. Dumme Sätze werden gesagt und dann gebetsmühlenartig wiederholt. Mal zum JKD: Da gibt es keinen “direkten” Nachfahren. Besonders nicht in der Dan Inosanto Linie. Da ist einfach zuviel beigemischt.  Das ist genauso als wenn ich sagt, dass “Fanta” von der Orange kommt. In Coca Cola ist auch kein “Coke” drin. Das hat mit der Qualität nichts zu tun. Das ist einfach Fakt.

Onkel Leo (Leung Ting) ist – was jeder der nach HongKong fährt nachprüfen kann. Ein Schüler eines Schülers Leung Sheuns. Nix da mit Yip Man. Wer sagt, dass die Leute mit hunderten gewonnen Kämpfen nicht das richtige gelernt hätten, dem kann man wirklich nicht helfen. Wer das glaubt ist nicht betrogen, der ist dumm und sollte nicht kämpfen lernen. Da tut Herr K. und Onkel Leo der Menschheit was Gutes. Die Jungs sollten den Friedensnobel-Preis bekommen.

Noch perfider ist das Gequatsche über die Konkurrenz. Leider sehr, sehr salonfähig geworden. Man erzählt hier Geschichten, die neimals stattgefunden haben. Mit Dreck werfen und irgendwas bleibt hängen.  Und der ganze Quatsch ist armselig!

Das ist dann keine Meinung mehr, sondern Verleumdung und Betrug. Sonst nix. Nicht klug. Einfach dumm…

Haut Euch Gilbert Becaud um?

Locker wie der Leopard in der SüdseeGilbert Becaud sang in den 70er Jahren sehr französische Chancons. Er war etwa so lässig wie der mittlerweile legendäre “lockere Leopard der Südsee”. Aus der heutigen Zeit hatte er ziemlich out eine Fluppe in der Gosche und ein Glas Pernod oder Cognac in der Hand.

Es war unvorstellbar, dass dieser Mensch Whiskey trank oder sich zu einem kommunistischen Wodka hätte hinreisen lassen. Im Hintergrund dieses merkwürdigen Spektakels des Monsieurs 10.000 Volt tanzten lasziv bekleidete Miezen (Moulin Rouge, Folie Bergere) mit einer Pfauenfeder im Arsch. Aber was hat das mit Wing Chun zu tun?

Continue reading ‘Haut Euch Gilbert Becaud um?’

Eiertanzen, wie ich es meine …

Wendelin aus Nürnberg sagt, sein VT sei ein ‘Hauer’-System. Gut für jemand der Spass am Hauen mit einem minimalistischen System hat, das natürlich hartes Training braucht.

080408022059-6olsu
So ist er halt, der Wendelin. “Mein VT ist ein Hauer System”, sagt er aus Nürnberg. Gut für mich, dass ich Spass habe am Hauen. Und deshalb brauche ich ein “hartes Training”. Also nichts für weiche Eier.

Da schauen wir mal, welcher Unsinn im Internet herumwabbert und wie bar des Verstandes die Leute sind. Nu kucke! Also erstmal sollte ich das Verhältnis vom “Hauen” oder Kämpfen zur SV – wie die Fachleute sagen “zur SV” – mal klären. Gräßlich, nicht? Habe ich das in diesem Block noch nicht genug getan?

Lies mal einfach hier: Wendelin aus Nürnberg sagt über SV

SV heißt nicht Sommerschlussverkauf, sondern Selbstverteidigung. Nicht, dass ist das Ding, was wir so unbedingt brauchen, wenn wir uns gegen die immer gefährlichere Welt schützen müssen. Was aber auch immer Selbstverteidigung ist, du wirst es einfach nicht in einer Kampfsportschule lernen. Wenn sich der Lehrer und du bemühen, lernst Du da nämlich kämpfen, meistens aber eher “Eiertanzen”. Kämpfen oder wie der Schreiberling – im Übrigen sein anonym ist “Sifu Seifenzahn”, sagt “Hauen”. Hauen ist nun mal einfach ein wesentlicher Bestandteil.

Aber lassen wir uns mal durch ein Vakuum ziehen, das die geistige Denklandschaft verursacht, die einen zwingt solche Nachsätze zu kritzeln:

Gut für jemand der Spass am Hauen mit einem minimalistischen System hat, das natürlich hartes Training braucht.

Heideraditzki! Ein Satz mit Nebensatz, der eigentlich schon die gesamte Position des Kampfsportes in Deutschland weist. “[...] das natürlich hartes Training braucht”, denn anders geht so ein “minimalistisches System” nicht. Erstmal muss ich jetzt mal erklären, was ich unter “Minimalismus” verstehe. Richtig ganz einfach! Ein Hauer-System besteht aus “Hauen”. Nicht das ist doch toll! Da hat einer wieder eine echte Erleuchtung gehabt. Der war bestimmt 15 Jahre + beim großen, pösen Verband und jetzt weis er endlich bescheid.  Jau!

Ein Hauer-System, so wie es der gute Wendelin aus Nürnberg betreibt, besteht aus “Hauen”. Und das muss man natürlich “hart” trainieren. Dieses kleine Beiwort “hart” beschreibt nämlich, dass es auch anders geht. Es gibt nämlich clevere Systeme, die hat der gute Wendelin aus Nürnberg halt nicht. Der will nur hauen (der ist nämlich nicht so ausgeklügelt) und das muss man hart trainieren. Ein cleveres System, so wie XY, das lernt man so viel schneller, weil es halt intelligenter ist. Und da tun wir noch eine Prise Buddha und Shaolin dazu. Oder noch besser, wir machen so ein wenig anglikanisches “Fighter-Image” , so mit Military Combat Touch, das bedarf dann so Abkürzungen. CQ oder EQF, oder irgendwie so.

Denn Wendelin aus Nürnberg sagt auch nicht “Vau Teh”, sondern “Ving Tsun”. ritterkDas klingt nämlich viel schöner, weil es ein Mädchenname ist. Und es ist genau so schnell gesagt. Ich mag nämlich diesen Fighters-Image Abkürzungs-Unfug nicht. Der FIAU ist nämlich ein GAU. Er macht Dinge wichtig, weil die Leute nachfragen müssen, was das heißt. Und wie man sich um eine schöne Frau bemühen muss, so muss man das auch mit “Ving Tsun”. Das heißt, wer was können will, der muss einfach eine Menge trainieren. Ohne Fleiß keinen Preis. Und klar, wenn ich öfter zuschlage ist der Erfolg beim Kämpfen halt empfindlich höher. Und damit das klappt muss man das auch trainieren. Wem das zu “hart” ist?

Und minimalistisch ist langweilig! Klar. Nur Fauststöße, Fauststöße und Fauststöße. Da kann man ja gleich zum Boxen gehen. Eben!

Und deshalb sind die Boxer meistens besser als die Herren aus der SV. Die trainieren intensiv nämlich das, worauf es beim Kämpfen ankommt:

Hauen!

Freiheit, die ich meine

This video was embedded using the YouTuber plugin by Roy Tanck. Adobe Flash Player is required to view the video.

Zu diesem Video ist eigentlich nichts zu sagen. Ein Staat behandelt sein Volk erkennungsdienstlich. Obwohl Fachleute bestätigen, dass diese Datensammelwut nicht großartig zur Aufklärung von Verbrechen dient und/oder terroristische Anschläge verhindert.

Das Niveau der Tödlichkeit in Einklang mit Sittlichkeitsgefühl

Streitwagen

Sieben Militärkriterien

Das kann ja wieder heiter werden. Also schalte ich mein Babelfish ein. Ich werde mir nicht die Mühe machen weiter zu übersetzen, wenn ein solcher Satz folgt:

The true test of a hand-to-hand combat system is its employment and survivability on the battlefield.

Der wahre Test – nicht wahr, sie erinnern sich an meine literarischen Superlative? – eines “waffenlosen” Kampfsystemes soll sich also auf dem Schlachtfeld zeigen? Na, Heideraditzki! Stellt man sich nicht unter einem Schlachtfeld Schützengräben, Gewehre, Panzer, Granaten und zerschossene Leiber vor? Gehen wir mal einen Schritt zurück in die Zeiten der Antike. Hier waren es Lanzen, Speere, Schilder, Pfeile und deren Bogen, und meinetwegen auch noch von Pferde gezogene Streitwägen. So stellt man sich ein Schlachtfeld vor.

Continue reading ‘Das Niveau der Tödlichkeit in Einklang mit Sittlichkeitsgefühl’

Die Weisheit von Babelfish

Babelfish kennt jeder oder sollte eigentlich jeder kennen. Das ist so eine fröhliche Übersetzungsmaschine. Und ganz ehrlich sie ist irgendwie – ja, so finde ich – weise. Leider nur so weise, wie es Narren sind, die durch eine gehörige Portion Einfalt gesegnet wurden. Aber einerlei! Dadurch zerplatzen gerne Luftblasen oder besser Wortblasen.
Nehmen wir mal die Seite von Hock Hochheim, Close Quarter Combat. (Und vergessen wir mal meine Aversion, die ich gegen diese Hartmann-Scheiß Seiten habe und Leute, die mit 400 Dollar und einem Tag Seminar Basicinstructors werden dürfen usw., usf.)
Also aus

Close Quarter Combat

wird

Naher Viertelkampf

und weiterhin wird

The Only Official W. Hock Hochheim and Scientific
Fighting Congress International Web Page

zu

Der einzige weiße Rheinwein Hochheim des Beamt-W. und wissenschaftliches Kämpfende Kongreßinternational-Webseite

oder wie sieht es eigentlich mit dem Satz hier aus:

„, Gap zwischen dem Militär, der Polizei, dem Kriegskünstler und der bewussten Bürgerschaft füllend.“

Ja die “bewusste Bürgerschaft” lernt jetzt bei einem Viertel Rheinwein (weiß) die “Bürger”-Selbstverteidigungen.

Tja, tja, tja ….. “Hock” ist im Übrigen ein amerikanisches Wort für die Weinsorte “Hochheim” aus dem Rheingebiet. Die Babelseite gibt es hier im Ganzen.

“Dort lassen Sie erhalten, was es nimmt!”

Als ich neulich im Internet surfte….

fand ich diesen Satz:

“Um also zufriedene Schüler zu haben, geht es letztenendes nur darum, sich möglichst viele verschiedene anstrengende Übungen aus den Fingern zu saugen. Paradox, nicht wahr? Und es kommt noch schlimmer! Je weniger Inhalte man vermittelt und je mehr man diesen inhaltlosen Teil ausbaut, desto mehr Schüler hat man!”

Ich konnte dem betreffenden Bloger keinen Kommentar schenken, weil die Möglichkeit einen Kommentar zu schreiben auf dessen Seiten unsäglich sind. Und unerträglich ;-o …..

Zu finden ist das hier: Armin Hugs Blog

Definitiv kann ich hier wieder mit Jein kontern. Ich halte im Übrigen nicht viel von Schülerbeschimpfungen. Und schon gar nicht meine Eigenen. Ich halte das Ganze mit einem Rummelplatzvergleich: Wenn ich einen Rummelplatz bewerbe, dann darf ich mich nicht wundern, wenn ich keinen Vortrag über Heidegger und Phänomenologie starten kann. Ich sollte mich eher fragen, ob ich auf dem Rummelplatz falsch bin. Sind denn nicht meine Zuhörer zum Rummelplatz gekommen?

Ich werde sicher einen oder zwei Zuhörer finden, die nach meinem Vortrag bedauern, dass sich mehr gröhlend im Bierzelt befinden, als sich mit der Theorie der Betrachtung des Wesens und dem Wesen ad se ergehen. So ist das im Kampfsport im Allgemeinen und besonders mit dem Ving Tsun.

Ich habe das vor bereits 15 Jahren (sic!) so skizziert: Diejenigen, die nicht zu dem wollen, wie sich das Wing Chun nach außen darstellt, sind die richtigen Leute das sind meine Schüler. (Oder die sich der Werbung – wie auch ich damals – zum Trotz dorthin verirrten.)

Das Wing Chun stellt sich nun mal seither als großes Kasperlkino dar. Da haben wir erstmal unseren lieben Onkel Bruce, den Erfinder des JKD, der natürlich illustre Anhänger um sich scharrt. Wenn ich mit dem lieben Onkel werbe, kann ich sicher sein Leute zu finden, die sich für schreiendes und buntes Kung Fu interessieren. Es gibt im Wing Chun Sifus und “Geheimtechniken”. Es gibt “Formen”, die das “Haus nicht verlassen”. Allein die splattrigen “orginal Uniformen” – die mit dem roten Streifen. Einige laufen in merkwürdiger Kleidung herum, die in Pakistan gefertigt wurde und so aussehen, wie sich ein Hochland-Paschtune nach dem Genuss von Opium und Kung-Fu-Filmchen einen Chinesen vorstellt. Es gibt Leute, die sich mit einen Pseudotitel “Sifu” anreden lassen. Ich denke jetzt an die Body, Mind und Spirit Newsletter, von dem größten Eiertänzer der Wing Chun Geschichte.

Aus Bamberg kam der großartige E.T.A. Hoffmann mit literarischen Geschichten. Nicht füllen dürften ein Literaturseminar die Ergüsse eines schwäbischen Deutschlehrers, der seinen “Sifu” mit dem Schriftsteller zu verwechseln scheint. Er präsentierte seiner Mitwelt ein Buch, in dem er “zweifelsfrei” darlegte, dass nur sein Stil direkt von den Shaolin stammt. Eigentlich lustig. Vorallem, wenn man dann die Fantasiewäsche sieht in der diese Kombo herumhüpft. Ein im Training gefährliches Armbändchen durfte von einem Trainierenden nicht abgenommen werden, weil es ein buddhistisches Glücksband sei. Eiderdauns halbes Jahr später war der “Sifu”.

Darf man sich dann, nachdem man und seine Konkurrenten die Umwelt mit derartigen Rummel, Karneval und Kasperleinlagen malträtiert hat, damit sich möglichst Viele in den Hallen der “Selfdefense-Academies” verirren auf das, das Sifunat erblühe, sich über die Narren wundern, die man um sich sammelte?

Echt war: Kamelringkämpfe

In der Osttürkei ist es tatsächlich Brauch Kamelringkämpfe zu veranstalten. Nun weiß ich eigentlich gar nichts von diesem Brauchtum. In der Schweiz gibt es auch Kuhkämpfe. Wenn eine Kuh gewinnt, dann wird es eine teuere Kuh und ehrenhaft gepflegt. Nun ist aber ein “Killer-Kamel” (Diesmal der Jargon nicht von der Bildzeitung, sondern Spiegel-Online) ausgeflippt und hat seine Besitzer getötet. Die Angehörigen haben beschlossen, das Kamel zu bestrafen und den Tod der beiden Brüder zu rächen, indem das Kamel zu Sucuk, also Wurst verarbeitet wird.

Nach zu lesen hier:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,599487,00.html

Wohl bekommt´s!

Wer sich mehr dafür interessiert:
Camel Wrestling